Streit? Machen wir das Beste d'raus!

KONFLIKT | STREIT | MEINUNGSVERSCHIEDENHEIT | DISKUSSION | AUSEINANDERSETZUNG

Prallen unterschiedliche Meinungen oder Lebenskonzepte aufeinander ist der Konflikt die natürliche Folge davon.

Der Konflikt ist in seinem Wesen nicht grundsätzlich negativ, negativ ist oft die Art und Weise wie man ihm begegnet, mit ihm umgeht und die Art wie man sich ihm stellt.
Er bietet eine Chance sich mit dem Gegenüber und mit sich selbst auseinanderzusetzen.

Konflikte aller Art umgeben uns überall. sei es zu Hause, am Arbeitsplatz, unter Geschwistern mit Eltern(teilen) und Nachbarn, sogar in uns selbst herrscht bisweilen "Sendepause".

Während es bei inneren Konflikten darum geht, wie man mit den an sich selbst gestellten Erwartungen und den Erwartungen Anderer an uns, umgeht; "was möchte ich, was soll ich ..., und was tue ich letztendlich", geht es bei Konflikten mit anderen Personen und Gruppen darum unterschiedliche Standpunkte zu klären und eine gemeinsame Lösung zu finden. Dazu gehört der Wille und das Interesse unterschiedliche Sichtweisen, Bedürfnisse, Wünsche, etc. erst einmal wahr zu nehmen und zur Sprache zu bringen. Im bestem Fall kann eine für alle Beteiligten zufriedenstellende und einhaltbare Lösung gefunden werden.

Die Überschrift sagt schon aus, dass viele unterschiedliche Begriffe für Streit in Gebrauch sind. Einerseits um Abstufungen treffen zu können und andererseits, das scheint vielfach auch wichtigere Grund zu sein, dem Wort „Streit“ aus dem Wege zu gehen. Streit ist eine unangenehme und unerfreuliche Angelegen, das stimmt. Indem man dem Wort "Streit" aber aus dem Wortschatz verbannt, geht man insgeheim auch der problematischen Situation in ihrer ganzen Komplexität aus dem Weg und klammert zugleich die Möglichkeit aus, eigene und Fremdinteressen ernst zu nehmen und Abhilfe zu schaffen.


Wenn unterschiedliche Meinungen, Lebensweisen oder Interessen aufeinander prallen kommt es zum Konflikt. Wie in den jeweiligen Situationen damit umgegangen wird hängt von den Konfliktparteien ab, ihrer persönlichen Erfahrung mit Konflikten und ihrer familiären Prägung. Was den Streit letztlich eskalieren lässt sind meist mehrere Dinge die sich möglicherweise schon lange aufschaukeln oder zufällig und plötzlich "das Fass" in einem selbst zum Überlaufen bringen.

Auseinandersetzung

Auseinandersetzungen kann man so definieren, dass es dabei eher darum geht, sich sowohl mit dem Thema als auch der Gegenpartei, auseinander-zu-setzen um an einer positiven Wende, zum Guten hin, zu arbeiten.
Auseinandersetzung kann aber auch bedeuten, dass man sich auseinander setzt und nichts mehr miteinander zu tun haben möchte.

In einem Streit geht es primär darum sich zu behaupten, die eigene Position zu verteidigen und zu gewinnen. Eine positive Lösung wird vorangig nicht angestrebt.

Die meisten Konflikte münden direkt und übergangslos im Wortgefecht ...

  • wenn auf eine bloße Feststellung reflexartig mit einem Gegenangriff geantwortet wird
  • wenn bei berechtigter Kritik an einer Sache, die Person kritisiert wird
  • wenn nicht richtig zugehört und/oder ein Verhalten fehlinterpretiert wird
  • wenn sich jemand nicht wahrgenommen, übergangen oder gedemütigt fühlt
  • wenn nicht gesagt wird was man wirklich will. Wünsche, Beschwerden und Erwartungen wurden nicht oder nicht ausreichend besprochen.

Was kann einen Konflikt auslösen:

  • Innerseelischer Konflikt (in uns selbst): Erwartungen und Moralvorstellungen die uns von außerhalb "übergestülpt" werden oder denen wir uns selbst verpflichtet fühlen.
  • Beziehungskonflikt: Unterschiedliche Interessen, unangebrachte Erwartungshaltungen und fehlendes Vertrauen, zwischen zwei oder mehreren Personen.
  • Rollenkonflikt: Rollenverteilung und Einhaltung bzw. Nichteinhaltung dieser Postitionen. Aberkennung einer Rolle und fehlende Akzeptanz innerhalb einer Gruppe.
  • Machtpositionen und Machtmissbrauch: Bewusstes einsetzen von Macht zum eigenem Vorteil.
  • Persönlichkeits/Identitätskonflikt: Direkte Angriffe auf das eigene Selbstbild und die Verletzung der Integrität. Unfaire Behandlung, Ausgrenzung, Abwertung.
  • Interessenskonflikt: Unterschiedliche Interessen und Absichten in Bezug auf die Nutzung von Ressourcen innerhalb menschlicher Beziehungen.
  • Informationskonflikt: Fehlerhafte oder mangelnde Informationsweitergabe zwischen Gruppen und/oder Personen die zusammen arbeiten sollten.
  • Grenzverletzungen: Sowohl in Bezug auf tatsächlich vorhandenes Territorium als auch auf Grenzverletzungen ideeller Natur.
    Personen übertreten die persönlichen Grenzen zum einen in dem sie zu Nahe an eine andere Person heran treten zum anderen in dem sie eine psychische Grenzverletzung begehen indem sie sich für Dinge interessieren, die die andere Person nicht bereit ist, von sich preis zu geben.
  • Umweltveränderungen welche zum Nachteil bestimmter Länder und Völker geraten, bergen schon auf Grund difuser Unsicherheiten und realer oder nicht realer Ängste gegenüber der Zukunft, sehr viel Konfliktpotential.

Wie wird (landläufig) mit Konflikten umgegangen, mit welchen Strategien wird versucht sie aus der Welt zu schaffen:

  • Aussitzen: Vermeiden, ignorieren oder Verharmlosen.
    Zumindest für den Konfliktpartner, sofern dieser nicht ebenfalls an einem Aussitzen interessiert ist, sehr unbefriedigend. Es besteht keine Möglichkeit auf eine reflektierte Beilegung des Konfliktes, ja, nicht einmal die Ursache darf angesprochen werden.
  • Schweigen: Einer besonderen Rolle kommt dem Schweigen zu. Eine überaus schwierige Situation für jeden Menschen. Schweigen verhindert den notwendigen Austausch und führt auf der Gegenseite zu großer Frustration. Abhängig vom Kontext kommt Schweigen häufig mehr einer Kampfansage gleich als dem Versuch einen Konflikt beizulegen.
    Schweigen aus Zorn, um "Macht" als Beherrscher der Situation zu demonstrieren. Der Partner wird seiner Handlungsmöglichkeit beraubt. Schweigen wirkt wie ein Vakuum in dem jedes gesagte Wort verhallt und in der man statt einer erlösenden Antwort ein Loch in die Seele gebrannt bekommt.
    Schweigen aus Angst um nicht noch mehr zur Eskalation beizutragen. Ein Selbstschutz und verständlich, wenn tatsächlich Gefahr im Verzug ist. Für den „Angeschwiegenen“ ist es wirkt Verstörend und aggressionsfördernd.
    Schweigen aus Hilflosigkeit. "Was immer ich jetzt sagen würde - er/sie versteht es sowieso falsch. Ich kann nichts richtig machen. Ich sage jetzt lieber gar nichts mehr. Wozu?"
    Schweigen zwecks Deeskalation. Das muss allerdings kommuniziert werden und der Raum sollte für eine Weile verlassen werden. Dabei können sich tatsächlich die Wogen glätten und wieder Ruhe einkehren.
  • Angst, Scham, Schuld, Tabus, ersticken eine fruchtbare Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema von vorne herein.
  • Scheinbeilegung: Es wird zwar darüber geredet, aber nur oberflächlich. Keiner hält sich an Abmachungen oder Vereinbarungen, es wird "weitergewurstelt" wie bisher.
  • Verbales und/oder körperliches Attackieren des Konfliktpartners. Damit wird eine objektive und meist angstbesetzte Auseinandersetzung mit dem (eigentlichen) Problem unmöglich gemacht.
  • Unter Ausübung von Macht das Problem im Keim ersticken oder eine willkürliche Lösung erzwingen. Eine Person setzt ihren Willen durch, die andere Person geht leer aus. Die Situation bleibt gespannt, die Beziehung kann sich nicht verbessern.
  • Nachgeben. Eine Person gibt nach weil sie sich ohnehin unterlegen fühlt.
    Aber ebenso ist es möglich, dass dieses Problem für "nachgibige" Person weniger dringend ist. Sie muss nicht auf eine positive Erledigung bestehen.
  • Gemeinsam nach einer Lösung suchen. Ist für alle Beteiligten die beste Strategie um einen Konflikt beizulegen, bedarf aber großer persönlicher Stärke. Nur in einer gemeinsam erarbeiteten Lösung kann jeder "sein Gesicht" wahren, weil jedes einzelnen "Handschrift" ersichtlich ist.
    Das "Gesicht zu wahren" ist ein dringendes Bedürfnis jedes Menschen.
  • Kompromissfindung: Kompromisse sind im besten Fall die Halbierung des Problemes. Können, müssen aber keine gute Lösung sein. Die Kompromissfindung ist ein anstrengender, zeitaufwendiger Prozess, bei dem die Interessen der Konfliktparteinen oft zu kurz kommen.
    Die Aufarbeitung eines Konfliktes welcher die jeweiligen Interessen im Auge behält kann für die Streiparteien eine bessere Option bieten, als der bloße Blick auf die Findung eines annehmbaren Kompromisses, nämlich den Konsens.
    Wärend sich Rechtsberater vorwiegend mit der sachlichen und rechtlichen Ebene von Konflikten befassen, liegt die Stärke der Mediation darin, sowohl den sachlichen als auch emotionalen Streitkomponenten die Aufmerksamkeit zu kommen zu lassen die ihnen zusteht.
  • Der Staat übernimmt die Sanktionierung von Fehlverhalten im Rahmen der Gesetzgebung.
  • Beteiligung einer oder mehrer vermittelnder Personen. Die Beteiligung unparteiischer Personen, sind objektiv zielführend.
    Bittet man Freunde und/oder Familienmitglieder um Beistand im Falle eines Streits, tritt meist der gegenteilige Effekt ein. Ratschläge können nicht angenommen werden. Schuldzuweisungen werden aufgebauscht dargestellt. Die Personen die eher um Beschwichtigung bemüht sein sollten, verlassen den Weg der Objektivität und bestärken "ihre" Streitpartei darin, nicht nach zu geben.
  • Bestehen lassen des Konfliktes: Ist auch nur eine Person nicht daran interessiert weiter einen guten Umgang zu pflegen, sollte diese Option in Betracht gezogen werden. Sich einfach aus den Augen zu gehen, anstatt eine Lösung des Konfliktes anzustreben die jede Kooperation vermissen lässt ist sicher nicht die beste Alternative, aber eine die man nicht ganz ausser Acht lassen sollte.
Kontakt: Ulrike Orso; eingetragene Mediatiorin lt. ZivilMediatGes. / Lebens-u. Sozialberaterin in supervid.Ausbildung / Supervision
Babenham 64; 5221 Lochen (Grenzraum OÖ/Sbg-Flachgau); Tel: +43-(0)699 / 8123 8765; e-Mail: mediation@balanceakt.at
Web: mediation.balanceakt.at
 

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.
-- Albert Einstein 

Wer nach vorne schaut kann die Lasten der Vergangenheit manchmal vergessen
und muss sie nicht beständig hinter sich herziehen.

Ich beantworte regelmässig Anfragen auf der
BestHelp - Onlineplattform und stehe für weiteren
Bedarf jederzeit  gerne weiter zu Ihrer Verfügung
 
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