Stichwörter

Begriffserklärung in Mediations- und Aufstellungskontext

Allparteilichkeit Für uns Mediatoren bedeutet "Allparteilichkeit" nicht nur unparteiisch zu sein, sondern auf der Seite aller unserer Klienten zu stehen. Das Beste in jedem unserer Klienten zu sehen und zu fördern
Freiwilligkeit Freiwilligkeit wird voraussgesetzt, doch bleibt sie bisweilen ein frommer Wunsch. Ich gehe davon aus, dass Freiwilligkeit dann einsetzt, wenn eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut werden konnte.
Konsens Konsens ist mehr als die Hälfte und kann sich für alle Beteiligten als Gwinn heraus stellen. Konsenslösungen setzen eine große Lösungsbereitschaft voraus und dauern sicher auch etwas länger, denn nur eine Fülle an Vorschlägen und Optionen kann zu einer vielleicht unüblichen, aber umso haltbareren Vereinbarung führen.
Kompromiss Der Kompromiss ist ein „finden“ in der Mitte. Das Objekt wird 50/50 aufgeteilt, wobei beide in gewisser Weise Verlierer sind, aber manchmal lässt sich ein Problem nicht anders lösen.
Vereinbarung Die geschlossene Vereinbarung ist Rechtswirksam. Sie kann auf  mündlicher Basis getroffen werden, schriftlich wie ein Vertrag oder auch notariell beglaubigt. Je nach Notwendigkeit.
Interpretation ... ist die persönliche, subjektive Wahrnehmung einer Aussage oder eines Ereignisses ohne einer weiteren Klärung.
Tachles reden Klar und deutlich Stellung beziehen. Wer sich nicht klar äußert hinterlässt einen Interpretationsspielraum und Unsicherheiten. Dieser Spielraum wird genutzt und führt unweigerlich zu Missverständnissen, Irrtümern oder falschen Erwartungen.
Auseinandersetzung versus Streit Bei einer Auseinandersetzung geht es darum, sich mit dem Problem und der Gegenpartei, reflektorisch auseinander zu setzen.
In einem Streit geht es darum sich zu behaupten, die Position zu verteidigen und zu gewinnen.
Hypothese ... ist die eigene Einschätzung, einer Aussage oder eines Ereignisses. Diese Einschätzung kann richtig sein, muss aber nicht. Die Möglichkeit, dass man sich irrt unterscheidet von der Interpretation.
Konflikt Um sich das vorhandensein eines Konflikts nicht eingestehen zu müssen greifen viele zu unterschiedlichen Ausdrücken, die im großen und ganzen das Gleiche ausdrücken, nämlich das aufeinanderprallen unterschiedlicher Meinungen, falscher Erwartungen und Fehlinterpretationen.
Standpunkt Festhalten und Beharren auf Standpunkten führt fast zwangsläufig zum Scheitern der Mediation. Nur mit unterschiedlichen Lösungsoptionen und entsprechender Ergebnisoffenheit, kann eine Vereinbarung getroffen werden mit der alle Beteiligen einverstanden sind.
Ergebnisoffenheit ... bedeutet, dass weder von Gelingen, noch von Verlieren ausgegangen werden kann und ausgegangen werden soll. Niemand soll sich von vorne herein im Recht oder im Unrecht fühlen. Die Devise soll lauten "alles ist möglich" und je mehr Lösungsvorschläge auf den Tisch gebracht werden um so höher sind die Chancen zu einer guten Vereinbarung zu gelangen.
Zielsetzung Das Ziel ist, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Für alle am Konflikt beteiligten, soll eine tragbare und haltbare Vereinbarung gefunden werden. Miteinander Reden und Arbeiten soll zumindest wieder zumutbar sein. Sollte sich herausstellen, dass eine Verbesserung der Situation unter keinen Umständen möglich ist, bedeutet es nicht das Scheitern der Mediation, sondern die Erfahrung, dass eben kein Weg zu einem weiteren Miteinander führt. Es müssen in Folge die entsprechenden Konsequenzen gezogen werden.
Optionen Möglichkeiten um zu einer guten Vereinbarung zu gelangen, sie sind der Handlungsspielraum in dem wir uns bewegen.
Kompetenz Fähigkeit und Fertigkeit, um bestimmte Probleme zu lösen sowie die Bereitschaft diese, im Sinne einer guten Lösung, auch jederzeit einsetzen zu können.
Nachsorge Auf die Praxistauglichkeit einer Vereinbarung achten. Wir Mediatoren kontrollieren Abmachungen und Nachbesserungen anzuregen. Nicht immer ist eine gute Lösung auch eine gute alltagstaugliche Lösung. In einem Nachsorgegespräch wird geschaut wie wir die Situation besser an Ihre Bedürfnisse anpassen können.
  Stichwörter im Aufstellungskontext
Leiter / Gastgeber Der die Aufstellung anleitet und die Verantwortung trägt
Fokus Repräsentant für den Anliegenbringer
Repräsentant Vom Gast gewählte Person, die für die Zeit der Aufstellung, eine Rolle aus dem System des Anliegenbringers übernimmt
zukünftige Aufgabe Was als nächstes zu tun ist. Die Erreichung des Zieles wird oft dadurch behindert, dass ein Schritt vorher übersehen wurde. Was als nächstes zu erledigen ist.
Anliegenbringer Träger des Problems. Eine oder auch eine Gruppe deren System aufgestellt werden soll
Ziel Das was zur Zeit unerreichbar scheint.
Hindernisse Das was der Zielerreichung im Weg steht. Hinternisse können sich im Ablauf der Aufstellung als Ressource herauskristallisieren
Ressourcen Unterstützung in Form von Personen, Fähigkeiten oder Gegenständen mit der Hilfe das Ziel erreichbar wird
(verdeckter) Gewinn Der Nutzen den man aus der Nichterreichung des Zieles, oft unbewusst, zieht.
System Zusammenschluss einzelner Individuen zu einem, gemeinsamwirkenden Großen Ganzen. Jeder Mensch ist in mehrere Systeme eingebunden.
Struktur In diesem Sinne ist mit Struktur die Beschaffenheit eines System gemeint. Wie wirken die unterschiedlichen Teile des Systems aufeinander ein.
Systemisch In diesem Sinne heißt systemisch, dass jede Handlung nicht nur im eigenen System sondern in allen angrenzenden Systemen ihre Auswirkungen zeigen. Systemisch zu denken heißt, sich dieses Umstandes bewusst zu sein und entsprechend Umsichtig und Verantwortungsvoll zu handeln. Verantwortung im System für das System, Ausgleich zwischen Systemmitgliedern, Ankoppelung an andere Systeme.
Projektion Etwas Eigenes wird einer anderen Person zugeschrieben, auf sie projiziert, ohne dass a) diese Person davon weiß oder etwas dagegen unternehmen könnte und ohne dass b) diese Person der Zuschreibung entspricht. Man sieht jemand anderen in dieser Person.
(versehentliche) Repräsentation Unbeabsichtigt wird eine "Leerstelle" in einem System mit jemanden besetzt der sich entsprechend dieser Systemanforderungen, verhält. Jemand repräsentiert eine, zu einem anderen System passende Rolle ohne sich dessen bewusst zu sein.
Genogramm Da ein System als vollständig anerkannt werden und niemand "vergessen" werden soll sollte ein Genogramm mit all denen Personen erstellt werden die zum (Familiensystem) gehören. Da gehören besonders diejenigen dazu über die nicht so gerne gesprochen wird ("schwarze Schafe), die früh verstorben und daher in Vergessenheit geriten (Todgeburten zB:).
Schuld Schuld bedeutet im systemischen Sinne nicht, an etwas Schuld oder schuldig zu sein.
Hier geht es vielmehr um Ausgleich. Einfach gesagt: Geld gegen Dienstleistung. Anerkennung zeigen und wahrnehmen und schätzen lernen was gegeben wurde, ist schon eine Art des Ausgleichs - mehr braucht es oft gar nicht.

 

Kontakt: Ulrike Orso; eingetragene Mediatiorin lt. ZivilMediatGes. / Lebens-u. Sozialberaterin in supervid.Ausbildung / Supervision
Babenham 64; 5221 Lochen (Grenzraum OÖ/Sbg-Flachgau); Tel: +43-(0)699 / 8123 8765; e-Mail: mediation@balanceakt.at
Web: mediation.balanceakt.at
 

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.
-- Albert Einstein 

Wer nach vorne schaut kann die Lasten der Vergangenheit manchmal vergessen
und muss sie nicht beständig hinter sich herziehen.

Ich beantworte regelmässig Anfragen auf der
BestHelp - Onlineplattform und stehe für weiteren
Bedarf jederzeit  gerne weiter zu Ihrer Verfügung
 
Schreiben Sie mir einfach:
Online-Coaching u. mediative Konfliktberatung, je Schreiben (meinerseits) € 40,00.

Wertvolle Tipps finden Sie in meinem Buch:
"Konflikt - Bedrohung oder Chance"
Inhaltsübersicht