Paradoxe Intervention

INTENTION und INTERVENTION

lt Lexikon Stangl handelt es dabei um systemische Therapieformen.

INTENTION: Die Absicht

Im Fall von Angst-oder Zwangsneurosen, soll der Klient zur Erkenntnis gelangen, dass Angst oder Zwang nicht ins Unermessliche ansteigen und weder Ohnmacht noch Panik drohen. Bedrohliche Szenen spielen sich in übermächtigem Ausmaß von den Augen des Klienten ab und anstatt der angstmachenden Bedrohung ein Ende, einen Schlußpunkt, zu setzen lässt man sie immerzu weiter anwachsen. Man fühlt sich nicht in der Lage die zunehmend größerwerdende Bedrohung vor Augen zu beenden, Panikattaken können entstehen.

Das Problem ist nicht Angst an sich - denn sie ist völlig normal und sinnvoll. Das Problem ist das anwachsende Potential der vermeintlichen Bedrohung.
Der Klient soll lernen durch diese Intervention lernen sich seiner Angst stellen um besser mit ihr umgehen zu können. Indem er sich ihr stellt, wird er bemerken, dass Angst aushaltbar ist und er nicht unweigerlich in Ohnmacht endet.

INTERVENTION: Der Eingriff

Bekämpfen der Angst durch Übersteigerung der Bedrohung.
Komödien leben von Übersteigerung des Alltäglichen. Banales verkommt zum Paradoxen.

Diese Intervention basiert auf dem Gedanken, dass jedes Verhalten eine Sinn hat im sozialem Gefüge. Zumindest hatte es einmal einen Sinn. Handlungen und Verhalten sind oft so verinnerlicht, dass Sinnhaftigkeit und Nutzen nicht mehr in Frage gestellt werden. Die negativen, vielleicht sogar zerstörerischen Auswirkungen auf das System können nicht erkannt werden, da das Verhalten eine Weile als sinnvoll empfunden wurde und der schleichende Prozess der Zerstörung nicht als solcher wahrgenommen wurde.
Die paradoxe Intervention soll den "Schleier der Zerstörung" lüften und durch überspitzte Formulierung widersprüchliche und missverständliche Ausdrucksweisen ins Bewusstsein rücken.

"Verordnet" wird was man ohnehin tut. Gerade dort wo Systeme sich der Veränderung widersetzen bzw. wo Veränderung als Bedrohung und Destabilisierung wahrgenommen wird führt die Unterbrechung des immer Gleichen durch Skurilität zum gewünschten Resultat und setzt einen Umdenkprozess in Gange. Der Klient erlebt sich und sein Handeln überbetont und kann indem er darüber lacht, innere Distanz aufbauen und aus einer anderen Perspektive wahrnehmen.

Im Streit zieht unangebrachtes Verhalten oft weite Kreise. Daher eignet sich Übertreibung ganz besonders gut für Konflikte in denen es dadurch ganz rasch zu völlig absurden Situationen kommt wo beide dann über ihr eigenes Verhalten lachen müssen. Es wirkt wie ein Eisbrecher.

Angeordnet ist Angeordnet und wer gewissenhaft ist, wird sich dem nicht widersetzen und genau das leitet den Denkprozess ein. Die Klienten sehen, ohne auf ihre problematische Kommunikation hingewisen zu werden, wo und wie ihre Art zu Reden Schwierigkeiten verursachen kann. Mitmachen und Sichtbarmachen auch aller Betroffener ist erwünscht. Durch den Schauspielcharakter wird negativer Automatismus noch leichter durchschaut und als unzweckmässig erkannt. Der Lerneffekt ist, dass, wann immer man in das alte Muster reinfällt, sich ihrer Unverhältnismässigkeit erinnert und sich aus eigenem Antrieb zu  einer Änderung entschliesst. Erhöhte Selbstwahrnehmung und neu Bewertung sind die Folge, das macht es einfacher "unbrauchbare" über Bord zu werfen und durch aktuell passendes Verhalten zu ersetzen.

Im Zuge der eigenen Veränderung verändert sich das gesamte soziale System.

Reframing: Das Umdeuten

Auch Reframing zählt zu den Methoden der pardoxen Intervention. Ein Bedeutung in einem anderen Rahmen (Frame = Rahmen) sehen.
Durch Umdeuten wird Gesagtem oder Getanem eine völlig andere oder harmlosere Bedeutung zugewiesen. Es wird versucht eine meistens unangenehme Situation in einem anderen Zusammenhang oder in anderem Licht darzustellen.

Hinter diesem Ausdruck steht die Idee, dass der Rahmen das Bild definiert. Wird der Rahmen versetzt ändert sich auch das Bild. Andererseits begrenzt der Rahmen auch das Bild. Wird der Rahmen größer oder verlassen wir den Rahmen sogar, verbessert das die Sichtweise und erweitert den Horizont oder eröffnet einen neuen Horizont. Zusammenhänge, welche vorher verdeckt waren werden erkennbar.

Weitere Methoden der Paradoxen Intervention sind:

  • Rückfallvorhersage: dem anfänglichem Therapieerfolg wird ein baldiger Rückfall in Aussicht gestellt
  • Rückfallverschreibung: der Rückfall in frühere Verhaltensweisen wird den Klienten direkt "verordnet"
  • Ordeals: Empfehlung zu mehr und noch schlimmeren Handlungsoptionen
  • Familienrituale: Ritualisierung von unpassenden Verhaltensweisen zu bestimmten Zeiten
  • Abhalten von Veränderung: gezieltes Abhalten von Veränderung und Ablehnung der neuentdeckten Selbstwirksamkeit
Kontakt: Ulrike Orso; eingetragene Mediatiorin lt. ZivilMediatGes. / Lebens-u. Sozialberaterin in supervid.Ausbildung / Supervision
Babenham 64; 5221 Lochen (Grenzraum OÖ/Sbg-Flachgau); Tel: +43-(0)699 / 8123 8765; e-Mail: mediation@balanceakt.at
Web: mediation.balanceakt.at
 

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.
-- Albert Einstein 

Wer nach vorne schaut kann die Lasten der Vergangenheit manchmal vergessen
und muss sie nicht beständig hinter sich herziehen.

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