Die Krux der freien Entscheidung

Die freie Entscheidung zur Mediation wird immer sehr hoch gehalten und ist eines der Grundprinzipien. Aber.

So frei ist die Entscheidung, einer Mediation beizuwohnen oder nicht, meistens gar nicht. Denn, wenn man es genau nimmt, ist jede "freie" Entscheidung von Notwendigkeiten und Bedürfnissen geleitet, denen man sich nicht entziehen kann.
Droht eine Beziehung den "Bach runter" zu gehen, muss entschieden werden, retten oder nicht. Entschliesst man sich zur Rettung und der/die Parter/Partnerin besteht auf Mediation, man selbst aber nicht, ist die Freiwilligkeit schon in Frage gestellt.
Möchte der Arbeitgeber, aufgrund div. Streitigkeiten im Betrieb, dass eine Mediation abgehalten wird, kann man natürlich sagen, dass man das nicht will. Ob mit dieser Aussage eine kluge Entscheidung  getroffen wurde oder nicht, steht auf einem anderen Blatt Papier. Die freie Entscheidung ist wieder in Frage gestellt.
Wie man es auch dreht und wendet, vermeintlich freie Entscheidungen sind nie völlig frei jeder Absicht, sondern immer von Für und Wider der gegebenen Prioriäten begleiten.
Die Frage, was wichtig ist und was ich selbst als freie Entscheidung erlebe ist letztendlich eine Wahl zwischen Optionen die ich gegeneinander abwäge und zum Schluß komme, für oder gegen etwas zu sein.

Wie mediative Allparteilichkeit dann doch eine "freie" Entscheidung bewirkt.

Allparteilichkeit geht über die bloße Neutralität oder auch Unparteilichkeit gegenüber den Klienten hinaus.
Einfach formuliert; bei Unparteilichkeit ist gemeint, dass man weder den einen noch den anderen unterstützt. Den Belangen der Klientenschaft steht man neutral gegenüber und trifft die Wahl wer Recht hat oder nicht, aufgrund anderer, übergeordneter Kriterien. Wie zB Schiedsrichter oder Richter das machen. Ihr Urteil muss neutral sein.

Der Unterschied bedeutet dann zwangsläufig das Gegenteil. Die Belange der anwesenden Klienten sind von ebenbürtiger Wertigkeit. "Alle Anwesenden haben auf ihre Weise recht". Wenn alle recht haben, dann muss ein Weg und eine Lösung aus der Konfliktsituation gefunden werden, die allen Anliegen gerecht wird. Der/Die Mediator/Mediatorin leitet diesen Prozess, hilft bei der Optionensuche und schaut, dass aus der passendsten Option eine tragfähige Vereinbarung wird.

Wenn sich nun alle Beteiligten wohl, verstanden und ernstgenommen fühlen, dann stehen alle Türen offen um nachträglich aus einer "unfreiwilligen" mehr oder weniger Pflichtübung eine freiwillige und engagierte Mitarbeit zu erreichen.

Das mit der Allparteilichkeit hat dann aber doch einen Haken. Kaum jemand wird es je schaffen ganz und gar Allparteilich zu sein. Wir sind allzu menschlich und es wäre ein Unding daraus Stricke drehen zu wollen. Die Frage hier: Wie geh' ich damit um. Erstens, sich der Tatsache stellen, dass es sein kann und darf. Zweitens die Möglichkeit, dass dgl. vorkommen kann ansprechen. Drittens, wenn es passiert - entschuldigen.

Kontakt: Ulrike Orso; eingetragene Mediatiorin lt. ZivilMediatGes. / Lebens-u. Sozialberaterin in supervid.Ausbildung / Supervision
Babenham 64; 5221 Lochen (Grenzraum OÖ/Sbg-Flachgau); Tel: +43-(0)699 / 8123 8765; e-Mail: mediation@balanceakt.at
Web: mediation.balanceakt.at
 

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.
-- Albert Einstein 

Wer nach vorne schaut kann die Lasten der Vergangenheit manchmal vergessen
und muss sie nicht beständig hinter sich herziehen.

Ich beantworte regelmässig Anfragen auf der
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