FRAGE?

Neugierdsfrage? Wissensfrage? Interessensfrage?

Sind Fragen nicht einfach Fragen?

"Frag nicht so viel!" / "Sei nicht so neugierig!" / "Das geht dich nichts an!" / "Kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten!" / "Misch dich nicht ein!" /

Jeder kennt solche Aussagen und mit ihnen wird auch gleich jeder Dialog abgebremst und mit "unerhört - diese Fragerei" in Verbindung gebracht. Von Klein an werden Fragen kaum mit Wunsch nach Wissen oder ernsthaftem Interesse gleichgesetzt sondern eigentlich fast immer mit Neugierde. Als neugierig zu gelten ist immer mit Negativem verbunden worden.

Wir haben die Lektion gelernt, es wird nicht viel gefragt. Noch weniger hinterfragt und in Frage gestellt. Im öffentlichen Leben genauso wenig wie im privatem und sozialen Bereich.
Weil nachfragen immer etwas anrüchig ist werden viele Hypothesen geschmiedet, viel öfter aber interpretiert. Von eigenem Denken und Handeln wird auf das Denken und Handeln anderer geschlossen ohne zu überprüfen ob diese Interpretation überhaupt stimmig sein kann. Es wird gar nicht erst gefragt sondern einfach angenommen; "So anders wie ich etwas seh' kann der/die andere auch nicht sehen." Ein mitunter folgenschwerer Irrtum. Der/die Andere sieht womöglich etwas diametral anders und schon gibts den ersten Funkenschlag.

Es gibt drei Grundarten von Fragen:

  1. Die tatsächliche "Neugierdsfrage": Die ist dazu geeignet, Schranken zu überwinden und das Eis zu brechen und bloße Neuigkeiten zu erfahren. Natürlich kann es auch um "Tratsch" gehen.
  2. Die "Wissensfrage": Das muss ich unbedingt erfragen um arbeiten, um mich bewegen zu können und um meine Hypothesen überprüfen zu können
  3. Die "Interessensfrage": Das ist die Frage mit der man die "Landkarte" der andere(n) tatsächlich erfragen und erforschen kann. Echtes Interesse am Anderen ist die Triebfeder.
    Die Antworten sind wichtig und spannend. "Wie tickst du?", "Was ist dein Weltbild?", "Wie kann ich in dein Weltbild hinpassen?".

Ab hier "TEXTBAUSTELLE"

Das sind dann die Fragen die Beziehung ausmachen und die sind dann auch nicht neugierig, werden auch nicht so empfunden - weil echtes Interesse an der Person spürbar vermittelt wird.

Beziehung verändert sich, ganz besonders oft in Partnerschaften. Da lebt man jahrelang mit-u.nebenander und plötzlich fällt auf, er/sie hat eine ganz andere Richtung eingeschlagen.

Nicht nur, dass derjenige der "vorausgeprescht" ist und einen Hacken geschlagen hat, meint der andere hat sich nicht entwickelt, nein, der/die andere wollte sich gar nicht entwickeln...

"Man hat sich aus-ein-ander gelebt."

Frage, hat man den/die Andere(n) überhaupt eingeladen, auf den Weg in die Weiterentwicklung.

Denn natürlich jeder entwickelt sich, der eine schneller, der andere langsamer. Derjeniger der sich langsamer entwickelt, bleibt dann nicht einfach bloß weiter hinten, nein, der findet das richtig schlimm, der merkt mir entgleitet da etwas, fühlt sich traurig und hilflos, demgegenüber was da gerade passiert.

Reden wir darüber. Das ist die Voraussetzung.

Da kann es schon einmal heftig werden, bis der/die Andere so weit ind Boot geholt ist, dass er/sie den Ebenenwechsel mitgehen möchte.
Manchmal ist damit auch ein Beziehungswechsel verbunden und dabei ist noch viel mehr Einsatz gefordert. Viele Beziehungen verändern sich "schleichend" und nehmen scheinbar automatisch die passende "Form" an - was, wenn nicht?

Wo steh ich? Wo stehst du? Da steht dann oft auch Trennung auf dem Spiel, wenn nicht gefragt wird.

Ist es unser Weg oder ist es nur mein Weg? - Wäre schade.

OFFENE FRAGEN ... und ZIRKULÄRE FRAGEN

... sind Fragen die nicht mit Ja/Nein beantwortet werden können sondern zum Erzählen einladen sollen.
Streitenden fällt es schwer sich zu öffnen und zu erzählen was in ihnen vor geht. Sei es weil es "sinnlos" erscheint, weil man sich keine Blöße geben möchte oder weil man Angst davor hat die Wahrheit zu sagen.
Es wird viel um den heißen Brei herum geredet ohne etwas zu sagen. Es wird laut und aggressiv und keiner hört dem anderen zu.
Haltung, Gestik und Mimik lügen nicht und darum ist es wichtig seine Aufmerksamkeit auch darauf zu lenken, diese zu verstehen und zu deuten lernen.
Nicht nur Klienten müssen ihren Mediatoren vertrauen sondern auch umgekehrt. Mediatoren müssen darauf vertrauen, dass die Klienten für ihren Konflikt die Verantwortung übernehmen können und wollen.

Etwas erzählen zu wollen setzt voraus, dass einerseits ehrliches Interesse am Klienten und am Konflikt besteht, andererseits dass genau nachgefragt wird ob alles richtig verstanden wurde und dass darüber hinaus keine weitere Interpretation des Gesagten erfolgt.

Zirkuläre Fragen ermöglichen es den Klienten sich zu dissoziieren, indem sie eingeladen werden darüber nachzudenke und zu erzälen wie den der Konfliktpartner über das Gesagte oder den Vorfall denkt und fühlt.
Die Klienten nehmen eine Aussenansicht ein, können aus dieser Perspektive das Geschehen aus einem anderen Blickwickel betrachten und sich so besser mit der eigenen Position und der eigenen Rolle auseinander setzen.

Kontakt: Ulrike Orso; eingetragene Mediatiorin lt. ZivilMediatGes. / Lebens-u. Sozialberaterin in supervid.Ausbildung / Supervision
Babenham 64; 5221 Lochen (Grenzraum OÖ/Sbg-Flachgau); Tel: +43-(0)699 / 8123 8765; e-Mail: mediation@balanceakt.at
Web: mediation.balanceakt.at
 

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.
-- Albert Einstein 

Wer nach vorne schaut kann die Lasten der Vergangenheit manchmal vergessen
und muss sie nicht beständig hinter sich herziehen.

Ich beantworte regelmässig Anfragen auf der
BestHelp - Onlineplattform und stehe für weiteren
Bedarf jederzeit  gerne weiter zu Ihrer Verfügung
 
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